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Lebensmittel und Reste richtig einfrieren

Cool bleiben beim Tiefkühlen: Wie Gefrorenes haltbar bleibt, was in den Tiefkühler darf, wie man Gefrierbrand verhindert und eine Anleitung zum Enteisen.

Die Tiefkühlkost kam bei uns während des Zweiten Weltkriegs auf, weil damals Geld für die Herstellung von Konserven fehlte. Inzwischen gibts in jedem Haushalt eine Tiefkühltruhe – oder zumindest ein Tiefkühlfach.

Das Image von Tiefkühlprodukten war nicht immer das beste – meistens zu Unrecht. Denn gerade Früchte und Gemüse enthalten so oft mehr Nährstoffe als frische Produkte, weil sie sofort nach der Ernte schockgefroren und so konserviert werden.

In den Tiefkühlern lassen sich aber längst nicht nur Pizzas, Früchte und Gemüse einfrieren. Bestimmt hast du zu Hause eine Eiswürfelform oder Backpapier. Daraus werden Tiefkühlformen, die du für cleveres Einfrieren benutzen kannst.

Wir sagen dir auch gleich, was wie lange in den Tiefkühler kann, wie du mit Gefrierbrand umgehst und wie du das lästige aber notwendige Enteisen möglichst rasch hinter dich bringst.

Reste einfrieren in der Eiswürfelform

  • Gebrauter Kaffee, gezuckert oder nicht, wird im Sommer mit Milch zum Eiskaffee, der nicht verwässert.

  • Kräuter: Basilikum, Petersilie usw. waschen, hacken und mit etwas Öl vermengen (dadurch werden die Kräuter nicht braun). So kannst du Gerichte jederzeit mit frischen Kräutern aufpeppen.

  • Eiweiss oder Eigelb in der Eiswürfelform einfrieren, wenn für ein Rezept nur das eine oder das andere benötigt wird.

  • Aquafaba (das Kochwasser von Kichererbsen) ist eine vegane Eiweiss-Alternative.

  • Orangen- und Zitronensaft: Falls eine Frucht sehr reif ist, oder man nur die Schale verwendet, diese auspressen und den Saft einfrieren. Die fruchtigen Eiswürfel machen sich gut in Getränken.

  • Babybrei, der so im Nu parat ist. Öl erst nach dem Auftauen dazugeben.

  • Gewürzmischungen, zum Beispiel für Curries: Dazu die gewünschten Gewürze zerhacken oder zermahlen und gemischt einfrieren.

  • Weinreste nicht weggiessen oder im Kühlschrank vergessen, sondern einfrieren. Sie veredeln die nächste Sauce.

Reste einfrieren im Zip-Beutel

  • Angefangene Packungen Tiefkühl-Gemüse können schnell ein Chaos verursachen. Stattdessen den Inhalt der offenen Packung in einen Zip-Beutel umfüllen, das Einfrierdatum angeben und – sauber verschlossen – wieder zurück an die Kälte.

  • Flüssige Reste in grösseren Mengen. Zum Beispiel Kokosmilch, Kalbsfond, Tomatensauce.

  • Paniermehl aus altem Brot: Harte Brotresten kurz rösten, zu Paniermehl cuttern und in einem Zip-Beutel im Tiefkühler sammeln. Durch das Gemisch aus verschiedenen Broten erhalten Schnitzel, Kroketten und Co. eine besonders feine Panade.

  • Vakuumieren ohne Vakuumiermaschine So bleiben Vitamine und Geschmack des Gefrierguts geschützt: Das Gefriergut in einen Zip-Beutel füllen und bis auf eine kleine Öffnung verschliessen. In die Öffnung steckt man ein Trinkröhrli und saugt die überschüssige Luft aus dem Beutel. Dann das Röhrli entfernen und den Beutel ganz verschliessen.

  • Käsereste an der Raffel zerreiben und im Beutel lose einfrieren – oder gleich einen würzigen Käsetoast vorbereiten.

Reste einfrieren im Backpapier

  • Omeletten, Crêpes und Tortillas bleiben im Tiefkühler haltbar und kleben nicht zusammen, wenn man ein Blatt Backpapier dazwischenlegt.

  • Kräuterbutter in Backpapier als Rolle einfrieren – sobald sie halb gefroren ist, portionieren und dann ganz einfrieren.

Reste einfrieren in gefrierfesten Kunststoffbehältern

  • Überreife Früchte wie Bananen, Beeren oder Kiwis in Stücke schneiden und tiefkühlen. Sie können später zu Smoothies verarbeitet werden.

  • Suppen-, Saucen- oder Pasta-Reste lassen sich problemlos einfrieren. So werden sie an einem anderen Tag zur schnellen Mahlzeit.

  • Der Single-Tipp: Packungen haben bekanntlich eine gewisse Grösse. Um nichts wegwerfen zu müssen aber gleichzeitig auf nichts zu verzichten, die doppelte oder dreifache Menge kochen und alles Überschüssige in 1-Portionen-Behältern einfrieren.

Wie lange bleibt Eingefrorenes haltbar?

Generell bleiben tiefgekühlte Lebensmittel 3–6 Monate lang haltbar. Danach können Qualität und Geschmack leiden.

Darum auf jedem Produkt vor dem Einfrieren mit wasserfestem Filzstift das Einfrierdatum notieren und den Tiefkühler regelmässig nach Findlingen durchsuchen.

Rezepte mit tiefgekühlten Gemüsen oder Früchten

Gefrierbrand – und jetzt?

Gefrierbrand, also eine weissliche kristallene Schicht am Gefriergut, entsteht, wenn ihm Wasser entzogen wird.

Zum Beispiel, weil beim Transport Kühlketten nicht eingehalten wurden, oder weil durch häufiges Öffnen der Tiefkühlertüre Wasser aus dem Gefriergut aufgetaut, verdunstet und an der Packung kristallisiert ist.

Bei kleinen Stellen wird der Geschmack des Gefrierguts kaum beeinträchtigt. In diesem Fall kann man die Stellen einfach wegschneiden. Wenn allerdings mehr als ein Drittel des Gefrierguts betroffen ist, sollte dieses entsorgt werden.

So lässt sich Gefrierbrand verhindern

  • Kontrollieren, ob die Verpackung dicht ist. Offene Packungen in einen Zip-Beutel umfüllen oder vakuumieren (wie das ohne Vakuumiermaschine funktioniert, siehe oben).

  • Die Lebensmittel vor dem Einfrieren kurz mit Wasser abspülen. Dies verhindert das Antauen des Wassers der Randschichten.

  • Temperaturschwankungen verhindern: Produkte vom Laden in isolierten Kühltaschen nach Hause transportieren und die Tiefkühltüre jeweils nur kurz öffnen.

Den Tiefkühler enteisen in 6 Schritten

Mit der Ausnahme von No-Frost-Modellen, die sich selbst enteisen, kann sich an den Tiefkühlerwänden mit der Zeit Eis bilden. Das nimmt Platz weg und vermindert die Kühlleistung.

Idealerweise enteist man den Tiefkühler darum 1–2 Mal pro Jahr. Das ist in sechs Schritten erledigt:

  1. Stichtag frühzeitig einplanen (idealerweise im Winter), vorher Tiefkühler-Inhalt reduzieren. (Wie wärs mit Rahmspinat zum Znacht und einer Glace danach?)

  2. Restlichen Tiefkühlerinhalt leeren, entweder in Kühlboxen oder – bei Minustemperaturen – draussen lagern.

  3. Tiefkühler ausschalten, Schubladen entfernen und zuunterst ein Backblech platzieren. Dieses fängt das Tauwasser auf.

  4. Warten, bis sämtliches Eis geschmolzen ist. Für Ungeduldige: Entweder den Föhn zur Hand nehmen (dabei auf einen Mindestabstand von 30 cm achten) oder Schüsseln mit heissem Wasser hineinstellen (in diesem Fall die Tür des Tiefkühlers schliessen).

  5. Tiefkühler mit einem sanften Putzmittel reinigen, alle Elemente trockenreiben.

  6. Tiefkühler einräumen und wieder einschalten.

Text Dinah Leuenberger

Aktualisiert am 05.01.2026